20.05.11

Tschüss!

Liebe screenshots-Gemeinde,

nach vier Jahren und ein paar zerquetschten Monaten haben wir uns dafür entschieden, die Radiosendung einzustellen und den Blog nicht mehr zu aktualisieren. Als Archiv wird er im Netz erhalten bleiben, und Tim hat zumindest das ehrenwerte Vorhaben, das Podcastarchiv weiter zu vervollständigen (im Moment sind nicht alle Folgen online).

Möglicherweise können wir auch nochmal mit Bonusmaterial glänzen, das in unserer aktiven Zeit entstanden ist, aber nie veröffentlicht wurde. Unsere "aktuelle" Zeit ist jedoch vorbei.

Wir machen somit den Weg frei für ein neues Medienmagazin bei bonncampus96,8. Auch wenn wir uns jetzt bei "echten" Arbeitgebern rumtreiben, sind wir aber nicht ganz aus der Welt. Besonders empfohlen sei euch DOS - Die Online Show, die die geschätzten Alter Egos, äh, Kollegen John Buongiorno, Timmy O'Sheep und Justin Time gemeinsam mit Kameramann Wulfcam Cameron produzieren.

Wie es sich für ein Medienmagazin wie screenshots gehört, folgt nun der Abspann.

Mitgewirkt in den letzten vier Jahren haben

Tim Schaaf
Marius Stolz
Hanne Bendel
Niklas Fauteck

Se"Basti"an Kröger

Katrin Beck
Holger Blumberg
Sven Böckler
Julia Eder
Henner Euting (RiHenner, Henner Montana...;-))
Christian Gödert
Steffi Heinen
Raùl Kuhn
Thomas Iskra
Katrin Petzold
Daniela Schuh
Patrick Schwarzwald
Stefan Teuber
Ingo van den Wyenbergh
Marius von der Forst
Konstantin Zurawski

Special Thanks to

Ingolf Proll, Rainer Fichtenelch und Katja Rattig
(oder wie hießen die von Radio Brennt?)
Larß Riske
Rob Vegas
Eddy Hyde & John Buongiorno


"Wir bedanken uns bei allen Sendern, die es gibt!"


fhradio/bonncampus 96,8 screenshots im Mai 2011.

08.02.11

Lovely Lena langweilig


Zu Show: Nr. 1 und 2 am 31.1. und 7.2.2011
Sender: Pro Sieben
Kandidaten: Lena Meyer-Landrut (6x)
Jury 31.1.: Stefan Raab, Stefanie Kloß (Silbermond), Der Graf (Unheilig)
Jury 7.2.: Stefan Raab, Anke Engelke, Joy Denalane
Songs 31.1.: Maybe, I like you, That again, Taken by a stranger, What happened to me
Songs 7.2.: A million and one, Teenage girls, Push forward, At all, A good day, Mama told me

Außerhalb der Welt des Stefan Raab waren sich die meisten einig: Dass Lena den Titel beim Eurovision Song Contest 2011 verteidigen sollte, war keine gute Idee. Sie konnten ja nicht ahnen, wie Recht sie damit haben würden.
Nun ist die Welt des Stefan Raab leider ziemlich groß und seit seinem Erfolg im letzten Jahr gehören dazu auch der beim Song Contest federführende NDR und eine ganze Reihe von Hörfunkwellen der ARD. Alle müssen Lena und das, was sie macht, gut finden. Im letzten Jahr hat Stefan Raab schließlich auch gewonnen. So entsteht in der Öffentlichkeit der Eindruck, die Nation wäre einverstanden mit der Entscheidung des Diktators, die Siegerin 2010 auch in diesem Jahr in jedem Fall zum Song Contest nach Düsseldorf zu schicken. Demokratisch läuft nur die Wahl des Liedes ab, das Lena im Mai trällern wird.

Tatsächlich demokratisch? Ich behaupte, Nein. Was Lena uns Zuschauern in den beiden Halbfinalshows geboten hat, waren meist typische "Lena-Lala-Lieder" (man verzeihe mir die Anleihe bei der "Oliver Pocher Show", die aber nie jemand guckt), die man sich gut zum Einschlafen anhören kann. Aber kaum was davon hat etwas beim Eurovision Song Contest zu suchen. Drei Ausnahmen: "Taken by a stranger", "What happened to me" und "Mama told me". Als Ballade ist "Push forward" noch ganz nett. Die drei zuletzt genannten scheiden aber schon wieder aus, sie haben wenig Individuelles. Es fällt jedoch auf, dass die Meyer-Landrut/Raab-Kompositionen sich abheben von den anderen im Wettbewerb vertretenen Songs. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt... so viel zur Demokratie.

Lala-Lena (Bild: Pro Sieben)

Aus 600-800 Liedern von unfassbar vielen Komponisten wurden die Songs ausgewählt? Und gleich zweimal sind dann welche doppelt vertreten? Es ist nachvollziehbar, dass Stefan Raab sich selbst Plätze im Wettbewerb gönnt. Aber ein bisschen mehr Abwechslung hätte den Shows sehr gut getan. Wie twitterte DWDL doch gleich gestern zu Show 2: "Tempo ist nicht nur ein Taschentuch, das hätten die Songs von Lena gut gebrauchen können." Und die ganze Show auch.

JA, der Lena-Overkill ist eingetreten. JA, ich hätte bei der langweiligen Veranstaltung wegschalten können. NEIN, ich habe es nicht getan. Das Interesse daran, wie das alles weitergeht, ist doch zu groß. JA, ich werde mir auch das Finale ansehen. Um herauszufinden, wie gut die Finalsongs wirklich sind. Aber ich bin heilfroh, dass ich mir nicht nochmal sechs neue Songs von Lena anhören muss, von denen sich fünf gleich anhören und ich vier als Einschlafhilfe gebrauchen kann. Die Zuschauer sehen es auch so - die Einschaltquoten sprechen für sich.

Einschaltquoten 31.1.:
1,72 Mio / 13,2 %
Einschaltquoten 7.2.: 1,25 Mio (-0,47 Mio) / 9,1 % (-4,1 %)

Nächste Show: 18.2.2011 20:15 ARD
Finalsongs: A million and one, Push forward, Mama told me, Maybe, Taken by a stranger, What happened to me
Favorit: Taken by a stranger


Aftershowparty: Es ist immer noch cool, dass Stefan Raab live das Studio wechselt. Alles andere war aber langweilig. Deshalb an dieser Stelle stattdessen vielen Dank, Anke Engelke, für endlich mal ordentliche, berechtigte, negative Kritik in der Jury.

23.01.11

Starke Quoten, aufgerollte Zehnägel - und ein Titan in der Kritik

DSDS-Urgestein Dieter Bohlen mit Jury-Mitgliedern Fernanda Brandao und Patrick Nuo (v.l.). Foto: RTL

RTL, Vox oder ProSieben: Castingshows sind bei den Privaten in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden gesprossen. Mutter aller Castingshows ist die RTL-Show Deutschland sucht den Superstar, meist besser unter der Kurzform DSDS bekannt. Seit dem 8. Januar 2011 flimmern die Castings der achten Staffel über die Mattscheiben. Und RTL macht ordentlich Quote: Bei der vierten Folge schalteten 33,5 Prozent der 14- bis 49-Jährigen ein.

Klar, wie das auch in den sieben anderen Staffeln so war: Die Quote geht vor allem auf Kosten der angehenden und hoffnungsvollen Stars. Gerade die, die ein völlig falsches Selbstbild haben, werden in den Kakao getunkt. Peinliche Pannen wie Stolperer, glänzendes Puder oder Kleckereien beim Trinken zeigt RTL zur Prime-Time noch einmal genussvoll in Zeitlupe.

Das DSDS-Konzept ist seit 2002 unverändert - und es steht und fällt mit Dieter Bohlen, der die Casting-Teilnehmer stark polarisiert. Bohlen ist der Einzige, der alle acht Staffeln in der Jury überlebt hat. Und er ist der Einzige, der die Bewertungs-Peitsche so richtig schnellen lässt, wenn die Gesangsleistungen der Kandidaten für aufgerollte Zehnägel sorgen. Auch in Staffel acht, bei der Patrick Nuo und Fernanda Brandao als Dekoration am Jury-Tisch herhalten.

Deutschland sucht den Superstar, übrigens doppelter Träger des deutschen Fernsehpreises, ist eine einzige Bohlen-Show. So sehr Bohlen auch polarisiert, so sehr dient er vielen als Vorbild - gerade bei jungen Menschen. Doch sollte jemand ein Vorbild sein, der Leute so beleidigt, dass sie weinen, und der in jedem zweiten Satz Fäkalwörter verwendet? Nein, meinen die Mitglieder der Kommission für Jugendmedienschutz, die spätestens seit der Staffel im Jahr 2007 die Casting-Sendung besonders beobachten. "Antisoziales Verhalten" nannten die Jugendschützer damals die Jury-Äußerungen, RTL schrieb in einer Stellungnahme lediglich von teilweise grenzwertigen Bewertungen. Eine Verschiebung in die späteren Abendstunden, wie bei jugendgefährdenden Sendungen üblich, blieb aus.

Was von der neuen DSDS-Staffel bleiben wird: Ein paar Erinnerungen an schräge Typen oder Gesangstalente. Aber ganz sicher kein neuer Superstar. Das hat in den sieben Staffeln zuvor auch nicht richtig funktioniert. Wir haben mal in der Mottenkiste gewühlt und zusammengefasst, wer die sieben bisherigen Superstars waren:
  • Staffel 1 (2002/2003): Alexander Klaws, heute Hauptdarsteller im Hamburger Musical Tarzan.
  • Staffel 2 (2003/2004): Elli Erl, hat 2008 das Label 1773 Records gegründet.
  • Staffel 3 (2005/2006): Tobias Regner, heute Moderator bei Radio BOB, Hessen.
  • Staffel 4 (2007): Mark Medlock, als Solokünstler noch drei Single-Chart-Platzierungen im Jahr 2010.
  • Staffel 5 (2008): Thomas Godoj, heute Musiker und Botschafter der Kindernothilfe.
  • Staffel 6 (2009): Daniel Schuhmacher, in 2010 zwei Echo-Nominierungen.
  • Staffel 7 (2010): Mehrzad Marashi, moderiert heute und tritt auch schon mal bei "Alles was zählt" auf.
Und für Staffel 8 steht zumindest ein Sieger schon jetzt fest: Dieter Bohlen. Denn den Recall für Staffel 9 hat er schon sicher. Bestimmt!

12.11.10

Quotenwette 13.November 2010

An diesem Wochenende stehen zur Wahl:
ARD – „Hansi Hinterseer“
ZDF – „Bella Block“ (Tipp Niklas)
[RTL – „Das Supertalent“ (Tipp Tim)]
Pro7 – „Der Anschlag“ (Tipp Hanne)
Sat1 – „Navy CIS: L.A.“
(Tipp Marius)
gemessen werden die Quoten für die Werberelevante Zielgruppe (14- bis 49-Jährige)

Zwischenstand vor der 5. Entscheidung der nagelneuen screenshots-Quotenwette:

3 : 2
Hanne vs. Niklas

16.10.10

Quotenwette 16. Oktober 2010

An diesem Wochenende standen zur Wahl:
ARD – „Das Herbstfest der Volksmusik“ (4% Tim)
ZDF – „Das Duo“ (7%)
RTL – „Das Supertalent“ (40% Hanne)
Pro7 – „Galileo Big Pictures: In 50 Bildern um die Welt“ (10,2% Marius)
Sat1 – „Navy CIS: L.A.“ (9.8% Niklas)
Kabel1 – „James Bond 007 – Moonraker“ (6%)

gemessen werden die Quoten für die Werberelevante Zielgruppe (14- bis 49-Jährige)

Zwischenstand nach der 4. Entscheidung der nagelneuen screenshots-Quotenwette:

2 : 2
Hanne vs. Niklas

13.10.10

Ein Schülercomic fürs Kino

Eigentlich erschuf Jeff Kinney mit "Gregs Tagebuch" eine erfolgreiche Buchreihe für Kinder, die er selbst als "Comic-Romane" bezeichnete: Text trifft auf vereinzelte, drollige Comiczeichnungen. Auch die gleichnamige Verfilmung "Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt" kann da natürlich nicht ohne die originalen Comicstrips auskommen.

Gregory Heffley (gespielt von Zachary Gordon), kurz Greg, ist ein smarter, schmächtiger Junge, der sein erstes Jahr in der Middle School erlebt. Sein Ziel: Einer der beliebtesten Schüler der Schule zu werden. Um so weit zu kommen, stehen im jedoch einige Probleme im Weg. Nicht zuletzt sein uncooler, kindischer, unglaublich peinlicher, aber bester Freund Rupert Jefferson (gespielt von Robert Capron) stoppt ihn immer wieder bei seinen Bemühungen.

Angekommen in der Middle School: Die besten Freunde Greg und Rupert (Quelle: www.kino.de)

Seine Versuche im Schulansehen zu steigen reichen von der Schul-Wrestling-AG über den schuleigenen Schüler-Sicherheitsdienst bis zur Theater-Gruppe. Jedoch vergebens. Die Freundschaft zu Dickerchen Rupert leidet stark unter Gregs Eifer, der Lieblingsschüler der Middle School zu werden, als Rupert dann selbst in der Beliebtheitsskala aufsteigt.

Die Erlebnisse, die Greg in seinen Tagebüchern beschreibt, soll Kinney selbst in seiner Kindheit erlebt haben. Das will man ihm glauben, als sich der Hauptprotagonist Greg im Film als Comiczeichner der Schülerzeitung bewirbt. Wenn es sich bei allen Erlebnissen aber wirklich um Kindheitserinnerungen des Autors der Romanvorlage handeln soll, dann erinnern sie einen eher an die stereotypen Verhältnisse an amerikanischen Middle Schools und die Stories diverser Teenager-Filme. Egal. Lustige Dialoge, ein kurzweiliger Film, niedliche Comicstrips zwischen den Szenen - für einen gemütlichen Videoabend sollte es reichen, wenn der Film auf DVD erscheint. 6 screenshots.

"Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt!" - seit dem 19. September im Kino.

12.10.10

Mehr als nur Bio(-grafie)

Zugegeben: In so einen Film geht man nicht mit allzu hohen Erwartungen.Was soll an so einer Firmengründung auch schon Spannendes dran sein. Wer sich „The Social Network“ anschaut, der ist eher zu faul, eine Biografie oder den Wikipedia-Eintrag über Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (gespielt von Jesse Eisenberg) durchzulesen. Aber wer aus dem Kino kommt, der merkt auf einmal, wie Menschen wie Zuckerberg mit ihren Erfindungen den Alltag beeinflusst haben.
Sympathische Idealisten: Die Computer-Nerds Mark und Dustin hacken sich in das Uni-Netzwerk ein.
(© 2010 Sony Pictures Releasing GmbH)

Die Geschichte des Films ist schnell erzählt: Zuckerberg, heute übrigens 26 Jahre alt, ist Harvard-Student. Informatik, versteht sich. Und entwirft vor lauter Liebeskummer eine Website, auf der Studenten seiner Uni die Kommilitoninnen nach Attraktivität bewerten können. 22.000 Seitenaufrufe generiert er in wenigen Stunden. Ein Erfolg, der das Rechenzentrum der Uni lahmlegt.
Es verwundert, dass der echte Zuckerberg sich von dem Film distanzierte und den Machern eine Seite auf Facebook untersagte, um den Film zu bewerben. Denn unterm Strich kommt er gut weg: Er ist der sympathische Idealist, der die Seite ins Leben rief, weil er das Konzept interessant fand. Er wirkt fast schon bemitleidenswert. Aber weder geldgeil noch machtsüchtig.
Diese Rolle schreibt der Film den Widersachern, den Brüdern Cameron und Tyler Winklevoss, zu. Sie verklagten Zuckerberg auf Schadensersatz, weil er ihre Idee des sozialen Netzwerks geklaut habe.

Mark Zuckerberg verteidigt sich vor dem Uni-Ausschuss.
(© 2010 Sony Pictures Releasing GmbH)

Doch der Rechtsstreit ums Geld ist nicht der ganze Film. Denn der 121-Minuten-Streifen macht klar, was für eine Idee eigentlich hinter Facebook steckt. Dass die Seite Menschen zeigt, die man kennt, die einem vertraut sind. Und, dass es früher nicht so einfach war, Informationen über die neue Traumfrau zu finden. Oder, dass sich früher ohnehin viel mehr offline abspielte und man nicht per Statusmeldung seinen Beziehungsstatus ändert.
Kurzum: „The Social Network“ regt zum Nachdenken an. Darüber, wie die Studenten auf diese neue Erfindung reagiert haben. Und darüber, wie man selbst mit der Facebook-Plattform umgeht. Der Film ist also Pflichtlektüre für alle intensiven Facebook-Nutzer. Auch für die, die zu faul sind, Marc Zuckerbergs Biografie zu lesen. Deshalb: 8 Screenshots!

The Social Network – seit dem 7.10. im Kino